Museum ohne Ehrenamt? Undenkbar!
Museum ohne Ehrenamtliche ist heutzutage nicht mehr denkbar. Überall im Kulturbereich werden Gelder gekürzt, und in Hamburg beispielsweise ist das Kulturressort mit 461 Millionn Euro für 2025/2026 eines der kleinsten im Haushalt. Kultur wird von der Politik immer noch recht stiefmütterlich behandelt, dabei ist Kultur bei weitem nicht so unwichtig wie immer gerne getan wird. Es ist noch nicht lange her, da wurde während einer weltweiten Pandemie klar, wie wichtig Kultur ist und wie essentiell sie ist für das menschliche Miteinander. Ob als Gesprächsthema, Ort der Zusammenkunft oder "einfach mal was erleben", Kultur ist in so vielen Bereichen unseres Alltags verankert, dass sie bereits als selbstverständlich angesehen wird. Viele denken Kultur in einem sehr engen Rahmen: Museen, Galerien, Theater, Kunst… Was aber auch dazu gehört: Kino, Konzerte, Kneipen, Krimi-Dinner, Stadtführungen… die Aufzählung ließe sich lange und immer detaillierter fortführen. Für all diese Sparten ist die Kulturbehörde auf die ein oder andere Weise zuständig, nicht nur, aber auch oft finanziell. Und mit all diesen Sparten müssen Museen konkurrieren.
Museen sind wichtig für die Gesellschaft. Sie bewahren nicht nur die Geschichte und Kultur eines Landes. Sie greifen aktuelle gesellschaftliche und politische Diskussionen auf und setzen sich damit auseinander oder begleiten sie, wie z.B. die Ausstellung zur Glaubensfreiheit im Altonaer Museum 2024. Museen werden so auch Orte des Austauschs und der Diskussion. Sie bilden nicht einfach nur die Vergangenheit ab, sie spiegeln auch die Gegenwart und setzen sie in Kontext. Sie vermitteln Wissen und regen an, sich mit der Welt auseinanderzusetzen.
Das "Problem": Kunst-Galerien und Theater, Kinos und Konzertorte, wie auch die anderen Bereiche der Kultur, sind ebenso relevant. Ein Heavy Metal Konzert ist für die einen genauso wichtig für kulturellen Austausch wie für andere eine Ausstellung zur Kulturgeschichte des Skizzenbuchs. Daher kann man auch nicht pauschal sagen, dass ein Bereich wichtiger sei als der andere, und Museen stehen ebenbürtig in einer Reihe mit den anderen Zweigen der Kultur.
Das wissen auch die Ehrenamtlichen, die sich in den Kulturinstitutionen engagieren. Ob am Theater, Kleinkunstbühne oder staatlich gefördertes Museum, man findet sie überall mit einer Leidenschaft für ihren Bereich, die Kultur zu etwas ganz besonderem macht.
Im Altonaer Museum engagieren ca. 160 Ehrenamtliche in unterschiedlichen Bereichen. Museumsladen, Wolkentheater, Lauenburger Rathsapotheke, der Museumsewer Elfriede - diese Projekte wären ohne unsere Ehrenamtlichen sehr viel schwieriger oder gleich gar nicht zu verwirklichen. Auch woanders sind Ehrenamtliche tatkräftig am Werk. In Norddeutschland gibt es eine Vielzahl von Museen, die vollständig von Freiwilligen geführt werden. Wir wollen uns die Arbeit der Ehrenamtlichen genauer angucken und sie vor allem würdigen als das, was sie ist: ein wertvoller Beitrag zur Kultur, ohne den die Gesellschaft sehr viel ärmer und grauer wäre.