Freunde des Altonaer Museums e.V.

, Hansen Mareike

Ehrenamtlichentreffen 2025

Jedes Jahr bedanken wir uns bei unseren Ehrenamtlichen mit einem besonderen Treffen. Dieses Jahr begaben wir uns auf literarische Spuren rund um die Außenalster.

Einmal im Jahr laden wir die Ehrenamtlichen zu einem besonderen Treffen ein, um uns für ihren Einsatz für das Altonaer Museum zu bedanken.

Unsere Ehrenamtlichen betreuen verschiedenste Bereiche im Museum: Die Lauenburger Rathsapotheke, das Digitalisierungsprojekt, den Museumsladen und weitere Projekte. Ohne unsere Ehrenamtlichen wären viele Sachen im Museum kaum umsetzbar, und wir finden, das muss man würdigen. Nicht nur mit einem respektvollen Umgang miteinander im Alltag, was selbstverständlich sein sollte, sondern eben auch mit einem besonderen Treffen

Am 20. Juni haben wir Hamburg auf eine andere Art kennengelernt: wir waren auf einem literarischen Rundgang rund um die Außenalster. Rund 20 Ehrenamtliche kamen zu dem Treffen. Stationen des literarischen Rundgangs von Stattreisen Hamburg waren unter anderem St. Nikolai, der Eichenpark, der Verlag Hoffmann & Campe und schließlich endlich die Außenalster. Wir haben interessante Dinge über verschiedene Autoren erfahren, und mal lustige, mal nachdenklich stimmende Zitate aus der Hamburger Literatur gehört: Hans Erich Nossak, Friedrich von Hagedorn und natürlich Heinrich Heine. Wir entdeckten Gedenksteine und Statuen, und unsere Stadt auf mehr als eine Weise neu.

Mit einem Zitat aus Hans Erich Nossaks Roman Der Untergang bekamen wir Einblicke in das Hamburg nach der Operation Gommorha, als Hamburg von den Aliierten im Sommer 1943 in Schutt und Asche gelegt wurde. Eindrucksvoll beschrieb er, wie sich die Häuser unter der riesigen Hitze so verbogen haben, dass die Balkone sich über die Straße zu beugen schienen.

Im Eichenpark an der Alster wurde es wieder fröhlicher mit einem kurzen Gedicht von Friedrich von Hagedorn:
Der Uhu, der Kauz und zwo Eulen,
Beklagten erbärmlich ihr Leid:
Wir singen; doch heißt es, wir heulen.
So grausam belügt uns der Neid!

Wir hören der Nachtigall Proben,
Und weichen an Stimme nicht ihr:
Wir selber, wir müssen uns loben,
Es lobt uns ja keiner, als wir!

Wir machten auch beim Verlag Hoffmann & Campe Halt der direkt an der Außenalster liegt. Der Verlag hat zu Heinrich Heine eine besondere Verbindung: Julius Campe, einer der Verlagsinhaber in der Geschichte des Verlages, war nicht nur Geschäftspartner, sondern auch Freund des Dichters, wie dieser in "Deutschland. Ein Wintermärchen" beschreibt. Alle von Heines Werken erschienen ab 1826 bei Hoffmann und Campe.

Weiter ging es ans Wasser. Es war spannend zu erfahren, warum wir Hamburger*innen wie selbstverständlich an der Außenalster spazieren gehen, Sport machen und uns einfach entspannen können. Eigentlich gehörten die Grünanlagen um die Außenalster dem Hamburger "Uradel", also den Reichen. Max Brauer jedoch wollte Hamburg nach dem Krieg nicht nur wirtschaftlich aufbauen, sondern auch die Lebensqualität - und fing an, die Grundstücksbesitzer zu enteignen. Gegen Entschädigung, natürlich. Es dauerte ein paar Jahre, bis das Projekt vollständig umgesetzt war, aber bis heute profitieren Einwohner wie Gäste von diesem kleinen Erholungsgebiet.

An der Außenalster kann man übrigens auch die ein oder andere Statue aus der Literatur entdecken. So steht am Westufer u.a. eine Statue von Orpheus und Eurydike. Hier endete unser Rundgang mit einem letzten Kunstmärchen.